Offener Brief an den Kanzler
der Bundesrepublik Deutschland



Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,

nachdem der Staat Israel in Gestalt seines deutschen
Botschafters mir leider die erbetene Auskunft nicht
erteilt hat, kann ich leider weder der Hessischen
Landesregierung vorwerfen, daß sie für das Geheimnis
von Salomos Siegel keinen Geldkoffer mit drei Millionen
Mark übrig hatte, noch der Bundesregierung, daß sie zwar
philippinischen Schwerverbrechern Antworten und auch
Geldkoffer mir drei Millionen Mark zukommen läßt,
dem Bewahrer des Sternensiegels aber nicht.

Mit der nicht mehr rückgängig zu machenden Ausschlagung
meines Angebots haben Sie eine Möglichkeit verpaßt, der Welt
einen besseren Eindruck von der Fassade des Parteienstaates
Deutschland zu vermitteln, in dem die Bürger wie 1933 nicht
viel und die Parteien zu viel zu bestimmen haben.

Die Bürger, das Volk, hätten unter anderem nicht gewollt,
daß die Stadt Berlin, in der auch ich geboren bin, nochmals
zum Sitz der deutschen Volksvertretung und der deutschen
Regierung gemacht wird und daß der Bundestag
in das Reichstagsgebäude einzieht,
das jetzt schlicht "Reichstag" heißt.

Mehr als ein halbes Jahrhundert
nach der Auflösung des letzten KZ
soll nun ein der deutschen Sprache aufgezwungenes
"Holocaust-Mahnmal"
geschaffen werden.
Mehr als ein halbes Jahrhundert lang war also
den Volksvertretern ein derartiges Mahnmal entbehrlich.
Warum war es das?
Weil es all die Zeit doch da war
in Gestalt des Reichstagsgebäudes,
in dem 1933 die Volksvertreter
sich mit dem Ermächtigungsgesetz
aus der Volksvertretung getreten
und damit  den ersten Spatenstich
zum Bau der Konzentrationslager
geleistet haben.

Die kindische Eitelkeit, mit der sich
heutige Sozialdemokraten und andere
den ehrbaren Widerstand ihrer
Vorläufer gegen das Ermächtigungsgesetz
als eigenes Verdienst an die Backe kleben,
zieht keine Lehre aus dem Versagen
des damaligen "demokratischen" Systems.
Der Widerstand der Widerständler hat
eben  nicht ausgereicht, das
kommende Unheil abzuwenden,
und die dumpfbackige kolossale
Mehrheit von 441 Volksvertretern,
die für die Ermächtigung gestimmt haben,
hat eben den Willen des Volkes   nicht
vertreten, ein Erlebnis, das den Deutschen
ihre Volksvertretung bis auf den heutigen
Tag immer wieder beschert.

Der Zusammenhang zwischen dem Einzug
des Bundestages in das Reichstagsgebäude und
dem  späten Plan eines "Holocaust-Mahnmals"
ist also erkennbar. Als das Gebäude oder der
"Reichstag" durch Christo verhüllt wurde,
hätte es öffentlich zum Mahnmal des
Judenmordes und aller anderen
Nazi-Verbrechen erklärt werden sollen.

Aber nun hausen die deutschen
Volksvertreter in ihm, wie sie früher
schon im Bonner Bundeshaus gehaust
haben, nämlich mit dem festen Vorsatz,
sich ihre Entscheidungsfülle nicht von den
Bürgern durch Abstimmungsbeteiligungen
oder gar Kontrolleinrichtungen
beschneiden zu lassen.

Immerhin, den Bürgern, der "Bevölkerung",
soll jetzt wenigstens ein Kunstwerk gewidmet
werden. Ich gebe - die Erläuterungen in roter Schrift,

"(SPD)"
,
stammen von mir - einen Bericht wieder, der
in der Mitte Restdeutschlands
am 11. August 2000
in einer kleinen Zeitung erschienen
 und auch im Internet unter
 http://www.eschwege.de/wr nachlesbar ist:

"FÜR KUNSTWERK IM REICHSTAGSGEBÄUDE/
Eschweger Erde nach Berlin

ESCHWEGE  An einem monumentalen Kunstprojekt im
Reichstagsgebäude in Berlin wird auch die nordhessische
Kreisstadt Eschwege beteiligt sein: 25 Kilogramm Erde
steuert Eschwege zu insgesamt 328 Zentnern Mutterboden
bei, mit dem im nördlichen Lichthof des Reichstages als
neuem Sitz des Bundestages eine 30 Zentimeter hohe,
6,80 Meter breite und 21,80 Meter lange Wanne verfüllt
wird, die über die gesamte Länge die 1,20 Meter hohe
Leuchtschrift "Der Bevölkerung" tragen wird. Unter
Assistenz von Landrat Dieter Brosey
(SPD), Eschweges
Bürgermeister Jürgen Zick
(SPD) und Stadtverordneten-
vorsteher Heinz-Walter Eisenhuth
(SPD) füllte gestern
Nachmittag der Bundestagsabgeordnete des hiesigen
Wahlkreises, Joachim Tappe
(SPD), einen Jutesack, um
die Eschweger Erde höchstpersönlich per Auto in die
deutsche Hauptstadt zu bringen.

Der Boden wurde der Grünanlage am Schwanenteich
entnommen. Das Loch, das zurück blieb, füllte Tappe
sogleich wieder, indem er einen aus China stammenden
Fächerblattbaum (Ginko biloba) pflanzte, der im Herbst
leuchtend gelbe Blütenpracht entfaltet.

Das Kunstwerk "Der Bevölkerung" - im Bundestag
heftig umstritten, dann aber doch mehrheitlich abgesegnet -
geht auf eine Idee des Aktionskünstlers Hans Haacke
zurück. Es soll eine bewusste Ergänzung sein zu der
Inschrift am Westportal des Reichstages "Dem deutschen
Volke", da der Bundestag als Legislative Gesetze beschließt,
die eben nicht nur für das deutsche Volk, sondern auch für
die bei uns lebenden acht Millionen ausländischer Mitbürger
Gültigkeit haben, erläuterte Tappe. Neben Eschwege stellt
aus dem Wahlkreis Werra-Meißner, dem 126. von
bundesweit 328, auch Baunatal 25 Kilo Erde zur Verfügung.

Um Eschweger Boden zu erleben, könne man sich nun auch
in die Bundeshauptstadt begeben, stellte Bürgermeister
Zick treffend fest und äußerte die Hoffnung, dass Berlin
oft an unsere Region und die Kreisstadt denke und die
Probleme hier im Auge behalte. (cc)"

Bei den Eschweger Akteuren handelte es sich also
durchweg um Inhaber eines roten Parteibuchs. Ob dies
auch auf Aktionskünstler Hans Haacke zutrifft, weiß ich
nicht. Ich weiß auch nicht, ob er vielleicht mit seiner
Idee den Exclusivclub Bundestag und die Bürger
gleichermaßen verhöhnen wollte.
Aber ich bin mir sicher, die Bevölkerung, das Volk, die Bürger
würden mehrheitlich niemals das ruchlose Ritual
der Herbeischaffung von Erde aus allen Teilen
Restdeutschlands an den Quellort des
grauenhaften Verbrechens
gebilligt haben.

Gleichwohl bin ich bereit, den Karren dieser
Aktionskunst aus dem ungeistigen Morast zu ziehen.
Was vielleicht nur in grobschlächtiger Ahnungslosigkeit
begann, muß nicht auch so enden. Es kann noch
sublimiert werden zu einem Sühnezeichen
gegenüber dem jüdischen Volk.

In der Erdwanne könnte
- als Stütze für mancherlei Grünes -
ein Stahlbetonbildnis
eines der wichtigsten Symbole der
jüdischen Tradition stehen,
ein Bildnis des kabbalistischen
Baumes der 10 Sefirot.


Als Honorar für die Verwirklichung dieses
Kunstgedankens stelle ich einen
Geldkoffer mit drei Millionen Mark
zur Verhandlung.
Ich verpflichte mich zugleich, anläßlich der
Übergabe des Geldkoffers den Zahlenwert
des Baumes der 10 Sefirot, der ebenfalls
aus meinem Kalkül hervorgeht,
bekannt zu machen.
An dieser Stelle will ich den Physikern
dieses Planeten, insbesondere den Kosmologen,
nicht länger die Mitteilung vorenthalten,
daß es die 10-dimensionale Stringtheorie
von  Michael Green und John Schwarz ist,
die von der alchimistischen Tradition, auch
durch den Baum der 10 Sefirot, gestützt wird.
Wer der richtigen Vermutung nachgeht,
hat es leichter, die Wahrheit ganz herauszufinden.

Mortagne, den 6. September 2000
Dr. Dieter Schrapel

Aufschlüsse zur Vorgeschichte
dieses offenen Briefs fanden sich
vor 2009 unter http://www.web585.com

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FORTSETZUNG
vom 15.10.2000